Shani Robins, Dr. (Il/USA)
Biografie:
Geboren 1966. Professor am Institut für transpersonale Psychologie in Palo Alto, Kalifornien. Derzeit Assistent und Lehrbeauftragter am Institut für Transpersonale Psychologie an der Stanford-Universität, U.C., Berkeley.
Klinischer Psychologe, bietet Supervision und Betreuung von Doktoranten.
Entwickelte die „wisdom therapy“, bei der Demut und Vergebung zentrale Bestandteile sind.
Präsident des Instituts für Weisheits-Therapie (www.wisdomtherapy.com)
Organisationsberatung: Anweisungen für den Arbeitsplatz mit Hilfe von emotionaler Intelligenz und Weisheit.
Evaluation von Forschungs-Ergebnissen nach Interventionen in Gemeinde- und Organisationsstrukturen.
Workshop: Wisdom therapy, Wut und Vergebung
Wisdom therapy integriert westliche Psychologie und östliche Traditionen und wendet sie an in Form von Achtsamkeits-Meditation, Einüben von Demut und Mitgefühl. Wisdom therapy ist eine wirkungsvolle Intervention, die Wut reduziert. Die Zunahme von Demut und folglich die Abnahme von Wut wird in Bezug auf Vergebung ausführlich diskutiert werden.
Hypothetisch hat Demut zwei wichtige Komponenten: (1) Das Maß, in dem jemand erkennt, dass seine Wahrnehmung von Ereignissen subjektiv (andere sehen es anders) und vorläufig ist (verändert sich im Lauf der Zeit), und (2) Wertschätzung, Respekt und Staunen vor der Vielfalt der Ereignisse im Universum. Beides rüttelt am Größenwahn, der Wut meistens begleitet und im Gegensatz zu Vergebung steht.
Sowohl Wut wie Vergebung sind häufig und oft eindeutig verknüpft mit dem Ausmaß an Arroganz, in der jemand annimmt, er sei im Recht und andere lägen falsch – „Meine Wahrnehmung und mein Urteil sind richtig und Du hast was falsch gemacht.“ Sogar, wenn Vergebung stattfindet, bleibt diese Annahme oft noch erhalten, ist aber begleitet von dem zusätzlichen Gedanken: „...aber sei’s drum, ich vergebe Dir trotzdem.“ Die Anteile der Demuts-Übungen der wisdom therapy zielen nachdrücklich darauf ab, diese Gewissheit in der Wahrnehmung von richtig und falsch aufzuweichen und ermöglichen eine erweiterte Einschätzung, in der die eigenen Urteile und Interpretationen als hochgradig subjektiv und tendenziös angenommen werden. Hervorzuheben ist, dass es nicht darum geht, ein Gefühl für richtig und falsch auszulöschen, sondern vielmehr jene absolute Gewissheit dieses Gefühls. Um dieses Ziel zu erreichen hat sich „Visual Illusions“ als neues, effektives Werkzeug erwiesen und wird in der Präsentation vorgestellt. Die Abnahme der Gewissheit wurde als wichtiger Bestandteil von Weisheit festgesetzt (z.B. Baltes 1993) und in gegenwärtigen Forschungsprogrammen wurde empirisch nachgewiesen, dass eine signifikante Abnahme von Wut und Selbstbezogenheit schließlich zu mehr Vergebung führt.
Die Forschungsergebnisse werden auf der Basis verschiedenen wisdom therapy -Studien dargestellt, und die Implikationen der Daten werden in Beziehung auf Vergebung im Alltag, im klinischen und politischen Kontext diskutiert.
