Bishop, Beata (Großbritannien)
Vortrag:
DEN SCHATTEN ENTWAFFNEN
Eine Quelle von Konflikten ist die authentische Andersartigkeit des anderen: ein Komplex grundsätzlicher Unterschiede als Nährboden für zumeist auf Angst basierende Feindlichkeit. Die andere Quelle ist weniger offensichtlich, aber viel gefährlicher. Ihre Matrix ist der Schatten, die Summe aller unserer verleugneten und unterdrückten Eigenschaften, Glaubensmuster und Beweggründe, die ins Unbewusste verbannt und gewöhnlich im täglichen Leben vergessen werden. Aber der Schatten kehrt zurück wenn wir ihn – als Ganzes oder in Teilen – auf einen passenden Empfänger projizieren, den wir dann berechtigterweise hassen und attackieren können.
Es war Jung, der die unabdingbare Notwendigkeit betonte, unsere Projektionen zurückzunehmen und mit unserer Schattenseite umzugehen. Er war es, der als erster die verblüffenden Ähnlichkeiten bemerkte zwischen einigen feindlichen Gruppen, die offenbar durch unüberwindbare Unterschiede getrennt waren. Sein Beharren, uns zuerst unseren Schatten bewusst zu machen, und dann mit ihm Frieden zu schließen, ist dringlicher denn je: es ist der erste Schritt zu Aussöhnung, Vergebung und einem neuen Geist. Mit den Worten von James Hillman, “Die Heilung des Schattens braucht Liebe”. So auch die Heilung unserer Welt.
Biografie:
Beata Bishop ist Schriftstellerin, Dozentin und Psychotherapeutin mit Jungianischer und Transpersonaler Ausrichtung. Sie ist in der Transpersonalen Psychologie engagiert seit 1973, als Ian Gordon-Brown und Barbara Somers diese in Großbritannien einführten. Seit 1990 ist sie eine der beiden britischen EUROTAS Delegierten.
Bishop unterrichtet und leitet Workshops in verschiedenen Ländern. Ihr Interesse schließt die psychosomatische Beziehung zu Krankheit und Gesundheit ein, sowie eine ganzheitliche alternative Sicht auf chronische Krankheit. Sie arbeitet in privater Praxis in London.
